m Mittelpunkt der Geschichten des Autors stehen immer die Menschen der us-amerikanischen Mittelschicht und die sehnsucht nach der Erfüllung des "amerikanischen Traums" . So ist auch "Oceaan State" nur auf den ersten Blick eine Kriminalgeschichte, die aber mit dem ersten Satz gleich spektakulär beginnt:
"Als ich im achten Schuljahr war, half meine Schwester dabei, ein anderes Mädchen zu töten."
Birdy, eine Highschool-Schülerin aus Westerly hatte sich in den "Falschen" verliebt: Myles, der Highschool-Held und Traum aller Mädchen, kommt er doch aus reichem Haus und ist Flirts mit anderen nie abgeneigt. Sehr zum Ärger von Angel, die sich als seine feste Freundin sieht, hoffend dass er ihr einen Ausweg aus ihrer sozialen Perspektivlosigkeit bietet (Mutter - Hilfsarbeiterin, alleinerziehend und hat ihren Töchtern immer vorgelebt, dass nur Männer eine gewisse Sicherheit und Perspektive bieten)
In einer etwas verunglückten Racheaktion bringt Angel Birdy um, unterstützt von Myles. Sie werden gefasst und verurteilt. Und so könnte das Anfang der Geschichte schon gleich das Ende sein, der Gipfel des Desasters. Doch das wäre nicht das wofür Stewart O'Nan steht: Stewart O?Nan beobachtet genau, fast detailbesessen, mit einer nahezu schmerzenden Intensität, auch hier in "Ocean State": einem großartigen, still bewegenden Roman, der dennoch beim Lesen nicht herunterzieht. Anhand der vier Frauenstimmen Birdy, Angel, deren Schwester Marie und der Mutter Carol gibt er uns intensiven Einblick in das Sozialgefüge einer amerikanischen Arbeiterstadt, erzählt auch von der Hoffnung, dem kleinen, tapferen Trotzdem selbst von Underdogs, deren Traum vom großen Aufstieg ausgeträumt ist.
"Ich bin stolz auf meine Familie und darauf, dass wir nicht aufgegeben haben. Auch wenn wir uns nicht völlig neu erfinden konnten, haben wir alle ein neues Leben begonnen."
Über Schwestern, Mütter und Töchter - und die schrecklichen Dinge, zu denen uns die Liebe treiben kann. Eine ergreifende Kriminalgeschichte, angesiedelt am Rand der amerikanischen Gesellschaft.
Westerly, eine Arbeiterstadt in Rhode Island, dem kleinsten Bundesstaat der USA. Die Highschool-Schülerin Birdy wird umgebracht - sie hatte sich in den Falschen verliebt. Die Täterin: ihre Mitschülerin Angel. Beide verband die Liebe zu Myles, Sohn wohlhabender Mittelschichtseltern mit einem traumhaften Sommerhaus am Meer, und die Hoffnung, der Perspektivlosigkeit der eigenen Herkunft auf diesem Wege zu entkommen.
In «Ocean State» erzählt Stewart O'Nan die Vorgeschichte und die Folgen des Mordes aus wechselnden Perspektiven. Da ist Angel, die Täterin, Carol, ihre alleinerziehende Mutter, die mit den beiden Töchtern in einem verfallenden, mitunter gespenstischen Haus am Fluss lebt, und Birdy, das Opfer - drei Menschen, deren Schicksale auf tragische Weise zusammenlaufen. Beobachterin bleibt Angels jüngere Schwester Marie, die zu viel allein ist, zu viel fernsieht und nascht.
Stewart O'Nan, der mit diesem Roman zu seinen gefeierten Anfängen zurückkehrt, «Engel im Schnee» und «Die Speed Queen», zeichnet ein bewegendes Porträt von vier Mädchen und Frauen am unteren Ende der Gesellschaft. Tiefgründig und mitreißend erzählt er vom Leben der Armen in einer Welt, in der es Reiche so viel leichter haben.