Buchcover: Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rand der Landstraße
Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rand der Landstraße
Ein Schauspiel in vier Jahreszeiten
Softcover / Taschenbuch
Klebebindung
Paperback (großes Taschenbuch)
Erschienen am: 23.03.2015
20,00 €
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ISBN/EAN
978-3-518-42472-8
Autor*in
Titel
Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rand der Landstraße
Untertitel
Ein Schauspiel in vier Jahreszeiten
Sprache
Deutsch
Gewicht
419 Gramm
Abmessung
167,0 mm (Breite) x 246,0 mm (Höhe) x 18,0 mm (Tiefe)
Seiten (Inhalt)
177 Seiten
Seiten (gesamt)
177 Seiten
Verlag/Hersteller
Ausstattung
Klebebindung
Paperback (großes Taschenbuch)
Herstellerkontakt
E-Mail: info@suhrkamp.de




»Bei dem Ort habe ich an Griffen gedacht, wo ich herkomme, an die Straße, die nach Süden, in ein Dorf namens Ruden, führt. … Im Stück ist die Straße außer Betrieb, ein Wächter sitzt dort, es ist sein Reich, keiner darf dort hinein. Die Unschuldigen kommen daher, sind unschuldig, machen jedoch einen Haufen Scheiß. Es sind nicht die alten Bösewichte, die alles absichtlich machen, sondern sie wissen nicht, was sie tun, wie Jesus sagt: Herr, verzeih ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun! Ich bin eher der Meinung: Herr, verzeih ihnen nicht! Es gibt jedenfalls Konfrontationen der Figuren, ganz lustige, scharfe und traumhafte, wie es meine Art ist. Dann geht es ordentlich los, aber dann höre ich wieder auf, weil ich finde, es nicht interessant, nur draufzuschlagen. … Der Held heißt ›Ich‹, er ist eine Mittelgestalt zwischen Caliban und Prospero, ein Monstrum, ein Irrer, ein Tier und zugleich ein Zauberer. Es gibt auch zwei Frauen in dem Stück, die ›Unbekannte‹ und die ›Andere‹, diese ist ein bisschen wie Lady Macbeth. Sie ist die Frau des Anführers der Unschuldigen, letzten Endes schreit sie vorlauter Jammer, aber sie geht nicht zugrunde, sie geht nur weg.«





»

ist ein großartiges Stück, vielleicht sogar Handkes dramatisches Opus magnum.«




»Ein Sprachmusikstück ist es geworden, im Wechsel von knirschendem Wortsand und hallenden Pflasterköpfen, ein Versuch, zumindest einige Zeit in einem halbwegs intakten Refugium zu verweilen, das, ganz nach Handkes Gabe, doch in einen poetischen Kosmos führt.«




»So heiter-melancholisch wie hier war der Meister selten.«




»Scharfe Erkenntnis und ein zartes Gleiten der verletzten Empfindungen bilden ein faszinierendes Gefüge.«






Peter Handke wird am 6. Dezember 1942 in Griffen (Kärnten) geboren. Die Familie mütterlicherseits gehört zur slowenischen Minderheit in Österreich; der Vater, ein Deutscher, war in Folge des Zweiten Weltkriegs nach Kärnten gekommen. Zwischen 1954 und 1959 besucht Handke das Gymnasium in Tanzenberg (Kärnten) und das dazugehörige Internat. Nach dem Abitur im Jahr 1961 studiert er in Graz Jura. Im März 1966, Peter Handke hat sein Studium vor der letzten und abschließenden Prüfung abgebrochen, erscheint sein erster Roman

. Im selben Jahr 1966 erfolgt die Inszenierung seines inzwischen legendären Theaterstücks

in Frankfurt am Main in der Regie von Claus Peymann.

Seitdem hat er mehr als dreißig Erzählungen und Prosawerke verfasst, erinnert sei an:

(1970),

(1972),

(1972),

(1976),

(1977),

(1979),

(1980),

(1983),

(1986),

(1989),

(1990),

(1991),

(1994),

(2002),

(2008),

(2011),

(2012),

(2013).

Auf die

1966 folgt 1968, ebenfalls in Frankfurt am Main uraufgeführt,

on hier spannt sich der Bogen weiter über

1971),

(1974),

(1981),

(1990),

(1992), über den

(2004) und

(2009) über das dramatische Epos

(2011) bis zum Sommerdialog

(2012) zu

(2016).

Darüber hinaus hat Peter Handke viele Prosawerke und Stücke von Schriftsteller-Kollegen ins Deutsche übertragen: Aus dem Griechischen Stücke von Aischylos, Sophokles und Euripides, aus dem Französischen Emmanuel Bove (unter anderem

), René Char und Francis Ponge, aus dem Amerikanischen Walker Percy.

Sein Werk wurde mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet. Die Formenvielfalt, die Themenwechsel, die Verwendung unterschiedlichster Gattungen (auch als Lyriker, Essayist, Drehbuchautor und Regisseur ist Peter Handke aufgetreten) erklärte er selbst 2007 mit den Worten: »Ein Künstler ist nur dann ein exemplarischer Mensch, wenn man an seinen Werken erkennen kann, wie das Leben verläuft. Er muß durch drei, vier, zeitweise qualvolle Verwandlungen gehen.«

2019 wurde Peter Handke mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet.


Biographische Angaben